
Anlässlich des 100-jährigen Schuljubiläums des Max-Planck-Gymnasiums fanden nach der Eröffnung der Vortragsreihe „Mit Mut und Zuversicht in die Zukunft“ durch Herrn Prof. Dr. Erdal Toprakyaran drei weitere Vorträge im Frühsommer statt.
Frau Silvie Kreibiehl, Diplomkauffrau – eine ausgewiesene Klima- und Transformationsfinanzierungsexpertin und Vorstandsvorsitzende von Germanwatch e.V. – hielt am 3. April 2025einen inspirierenden Vortrag zum Thema „Transformation unter Zeitdruck: Den Weg zu einem „Guten Leben für alle“ gemeinsam beschreiten“.
An vielen Beispielen zeigte die koordinierende Leitautorin des 6. Sachstandsberichtes des Weltklimarates auf, dass die Verringerung der Erderwärmung für eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten unabdingbar ist. „Jedes Zehntelgrad zählt.“ Die Dekarbonisierung müsse unter extremen Zeitdruck stattfinden, damit ein Klimaumschwung möglich ist. Hoffnung machte Frau Kreibiehl mit den Aussagen: „Wir wissen, was zu tun ist. Wir wissen, was wirkt.“ Sie appellierte an jeden, ob Entscheidungsträger oder nicht, miteinander und nicht gegeneinander ins Tun zu kommen. Nur so sei der Erhalt unserer Lebensgrundlagen möglich.
Der extrem heiße Sommeranfang in diesem Jahr und die extremen Wetterereignisse der letzten Wochen sollten jeden von uns wachrütteln, uns gemeinsam auf den Weg zu machen. Frau Kreibiehl hat unseren Schüler:innen dies auf eindringliche Weise und mit viel Begeisterung nahegebracht.
Am Donnerstag, den 05. Juni 2025 fand der dritte Vortrag der Vortragsreihe statt. Als Referent begrüßten wir Prof. Dr. Walter Herzog, der 1999 sein Abitur am Max-Planck-Gymnasium machte und heute an der WHU – Otto Beisheim School of Management den Fachbereich Marketing leitet.
Prof. Herzog gab spannende Einblicke in seine Forschung an der Schnittstelle zwischen Management- und Konsumentenpsychologie. Er zeigte auf, wie trügerisch unsere Überzeugung sein kann, die Welt objektiv wahrzunehmen, vernünftige Entscheidungen zu treffen und dabei unbeeinflusst zu bleiben.
Anhand zahlreicher anschaulicher Beispiele wurde deutlich: Wir unterliegen häufig unbewussten Einflüssen und systematischen Denkfehlern. Ob im Alltag, beruflichen Umfeld oder im sozialen Miteinander: Unsere Entscheidungen sind weniger rational, als wir gerne glauben.
Besonders erstaunlich für viele Zuhörer:innen war die Erkenntnis, dass sogar moderne KI-Systeme wie ChatGPT ihre Antworten nicht rein objektiv generieren, sondern diese an die vermuteten Erwartungen der Nutzer anpassen – ein weiteres Beispiel dafür, wie leicht sich selbst vermeintlich neutrale Systeme an menschliche Muster der Beeinflussung anlehnen.
Mit einem Verweis auf Max Planck als wissenschaftliches Vorbild („Wer es einmal so weit gebracht hat, daß er nicht mehr irrt, der hat auch zu arbeiten aufgehört.“) ermutigte Prof. Herzog das Publikum, Entscheidungen kritisch zu hinterfragen und sich auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu reflektierten und selbstbestimmten Entscheidern weiterzuentwickeln.
Der Vortrag regte zum Nachdenken an und wurde von Schüler:innen, Lehrkräften und Gästen mit großem Interesse verfolgt.
Herrn Prof. Dr. Lutz Eckstein konnten wir für einen Vortrag am 27. Juni 2025 gewinnen. Herr Eckstein machte 1988 an unserer Schule sein Abitur, war viele Jahre in der Automobilindustrie in verschiedensten Bereichen tätig und ist heute Präsident des Vereins der deutschen Ingenieure und Professor für den Lehrstuhl für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen.
In seinem Vortrag „Zukunft gestalten-wie wir die Welt verändern können“, zeigte er auf vielfältige Weise, welche Möglichkeiten Ingenieure haben, die Welt zu gestalten und zu bereichern. Er selbst war z.B. an der Entwicklung von Fahrassistenzsystemen und - während der Corona Epidemie - an der Entwicklung eines Beatmungsgerätes unter Nutzung von Materialien aus dem Tauchsport beteiligt.
Prof. Dr. Eckstein machte den Schüler:innen Mut, sich für ein Ingenieurstudium zu interessieren und zu entscheiden. Mit dem Studium sei man breit aufgestellt. Weltweit gäbe es eine große Vielfalt von Berufsmöglichkeiten und es sei möglich, mit den Kenntnissen aus dem Studium, die Welt ein Stück besser für uns alle zu machen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den drei Vortragenden für ihren inspirierenden Beitrag zur Vortragsreihe!
